Diagnostik und Fördermaterial

 

Ich wurde an der Akademie des ÖBVL - Österreichischer Bundesverband für Legasthenie - unter Berücksichtigung der Kriterien der European Dyslexia Association im Ausmaß von 16 ECTS-Punkten zwei Jahre lang als Legasthenietherapeutin ausgebildet.

 

Analog meiner Ausbildung und Empfehlungen der schulpsychologischen Beratungsstellen verwende ich zur Diagnostik standardisierte Testverfahren wie den Salzburger Lese- und Rechtschreibtest (SLRT-II), die Hamburger Schreibprobe (HSP 1-9), den Westermann Rechtschreibtest (WRT 4/5, WRT 6+), die Oldenburger Fehleranalyse (OLFA 1-2, OLFA 3-9), das Salzburger Lesescreening (SLS 1-4), einen computerunterstützten Leseverständnistest (ELFE 1-4), ein Diagnostikum zur Überprüfung einzelner Lesestufen (DANI) oder einen Test zur Überprüfung der phonologischen Bewusstheit (PB-LRS).

 

Diese Tests sind für jeweilige Altersgruppen oder Schulstufen normiert und ermöglichen eine objektive und wiederholbare Aussage bezüglich der Lese-, Rechtschreib- oder Rechenleistung eines Kindes. Sie sind nicht am freien Markt erhältlich, sondern dürfen nur von bestimmten Berufsgruppen wie Psycholog*innen oder Lerntherapeut*innen käuflich erworben werden.

 

In der Lerntherapie verwende ich evidenzbasiertes Übungsmaterial, das heißt, dass dessen Wirksamkeit in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen wurde.

Je nach Alter des Kindes etwa das LRS-Training mit Gustav Giraffe, ein morphemunterstütztes Grundwortschatzsegmentierungstraining (MORPHEUS) oder verschiedene Programme zum Erwerb von strategiebasierten Rechtschreibfertigkeiten.

 

Früher verfolgte man in der Förderung andere Ansätze, mittlerweile kam man aufgrund des aktuellen Forschungsstandes in der Behandlung von Lernstörungen allerdings von reinen Teilleistungstrainings ab. Denn Lesen lernt man nur durch Lesen, Schreiben nur durch Schreiben und Rechnen nur durch Rechnen.

 

Unterstützend und zur Aufrechterhaltung der kindlichen Motivation werden von mir in der Lerntherapie natürlich auch andere Elemente eingesetzt, da ich aufgrund meiner Ausbildung das Kind in seiner individuellen Gesamtheit behandle und nicht die isolierte Lernstörung an sich.

 

Dies entspricht den Grundsätzen des ÖBVL mit dem Ansatz der holistisch-ontogenetischen Methode (HOM), weshalb ich auch eine Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsmethoden zur Anwendung bringen kann und nicht lediglich fix vorgegebene Einheiten eines von mir käuflich erworbenen Computer-Rechtschreib- oder Teilleistungstrainings durchführe.

 

Meine pädagogische Grundausbildung absolvierte ich an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, wo ich im Ausmaß von 60 ECTS-Punkten Freizeitpädagogik studierte.

 

Diese Disziplin ist ein Teilbereich der Sozialpädagogik, die sich spezifisch mit der Vermittlung von nachhaltig sinnvollen Freizeitaktivitäten (Kreativpädagogik, Spielpädagogik, Literaturpädagogik, Theaterpädagogik, Medienpädagogik, Erlebnis- und Outdoorpädagogik,...) beschäftigt, aber auch Elemente wie Anleitung von Projektarbeiten und gruppendynamischen Prozessen, Konfliktmanagement, Förderung der sozialen Kompetenzen, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung, sowie Lern- und Entwicklungspsychologie beinhaltet.

In Summe setze ich natürlich stets den gesamten theoretischen Background all meiner Ausbildungen ein und kann auf einen reichen und vielfältigen Erfahrungsschatz meiner langjährigen praktischen Tätigkeit im lerntherapeutischen und pädagogischen Bereich zurückgreifen.

 

Selbstverständlich bilde ich mich auch regelmäßig weiter und absolviere derzeit etwa den Fernkurs der STUBE Wien (Studien- und Beratungsstelle für Kinder und Jugendliteratur), weil mich der Bereich der Leseförderung und Literaturpädagogik persönlich sehr interessiert.